Gängige Praxis von Reiseveranstaltern ist es, anstelle einer Erstattung des Reisepreises wegen Reisemängeln oder wegen der Stornierung der Reise, Reisegutscheine auszustellen. Diese müssen Sie nicht akzeptieren.

Wenn Sie den Reisepreis nach § 651m BGB gemindert haben oder nach § 651h BGB von der Reise zurückgetreten sind, haben Sie nach den §§ 651m Abs. 2, 346 Abs. 1 BGB bzw. §§ 651h, 346 Abs. 1 BGB einen Anspruch auf Rückzahlung des an den Reiseveranstalter geflossenen Geldes. Sie sind daher nicht dazu verpflichtet, Gutscheine vom Reiseveranstalter anzunehmen.
Haben Sie bereits einen Reisegutschein angenommen, handelt es sich um eine Leistung an Erfüllung statt nach § 364 I BGB, weshalb Ihr Anspruch auf Reisepreisminderung auch in Höhe des Reisegutscheins erlischt. Eine Ausnahme besteht, wenn der angebotene Gutschein ausschließlich als Entschuldigungsgeste erkennbar ist und sich nicht auf Ihren Erstattungsanspruch auswirken soll. In diesem Fall besteht Ihr Anspruch nämlich in voller Höhe unverändert fort.

Auch wenn Sie die Reise gekündigt haben, steht Ihnen (in entsprechender Höhe) nach § 651l Abs. 2 BGB ein Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises zu. Im Falle einer Kündigung sind Sie ebenfalls nicht verpflichtet, Gutscheine des Reiseveranstalters zu akzeptieren.